Was ist das?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht die Legasthenie als „umschriebene Entwicklungsstörung des Lesens und Schreibens“. Das bedeutet, dass biologische Ursachen das Erlernen von Funktionen beeinträchtigen oder verzögern, die mit der Reifung des Nervensystems verbunden sind. Diese Beeinträchtigungen erschweren bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz das Erlernen des Lesen und/oder Schreibens.

Wie zeigt sich Legasthenie?

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten zeigen sich nicht nur an der Fehlerzahl im Diktat bzw. an der Lesenote.

Ausgewählte Beispiele von Auffälligkeiten im Vorschulalter:

Das Kind

  • hat Schwierigkeiten beim Umgang mit Besteck, Schere, Schnürsenkeln, Knopflöchern
  • hat oft eine schlechte Körperkoordination
  • hat oft Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von rechts und links, oben und unten, usw. usf.
  • zeigt oft Koordinationsschwierigkeiten beim Malen oder motorische Schwächen
  • beim Sport wie Rad-, Skifahren, Schwimmen
  • spricht spät/lispelt/stottert/stammelt
  • hat Probleme beim Merken von Reimen und Liedern sowie bei Memory- und Puzzlespielen oder spielt nicht gerne Memory und puzzelt nicht gerne.

Ausgewählte Beispiele von Auffälligkeiten im Schulalter:

Der/die Schüler/in

  • vertauschen oft Buchstaben – b/d, ö/i, u/n usw.,
  • machen viele Fehler in Diktaten; viele dieser Schüler schreiben in einem Diktat ein Wort jedes Mal anders – vieleicht, vileicht, villeicht, vieelleicht,
  • verdrehen oft Buchstaben im Wort – badl; lassen Buchstaben aus – mln, setzen welche hinzu – mmalen,
  • haben oft große Probleme mit Dehnung und Schärfung – Hahn, rennen, schaffen
  • haben oft große Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung
  • haben oft kein Selbstbewusstsein, Schulangst bis hin zu psychosomatischen Beschwerden wie häufige Bauch- oder Kopfschmerzen usw. usf.